Wie sinnvoll ist die Riester-Rente als Altersvorsorge?

Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer darauf bauen konnte, später einmal eine angemessene Rente zu bekommen, sind leider vorbei. So schließen immer mehr Bundesbürger eine zusätzliche Versicherung ab.

Die Angst vor drohender Altersarmut bringt viele Menschen dazu, zusätzlich zur gesetzlichen Altersvorsorge noch eine private Versicherung abzuschließen, die die spätere finanzielle Situation verbessern soll. Ein Modell der privaten Altersvorsorge ist die sogenannte Riester-Rente, benannt nach dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit. Die Riester-Rente wird privat finanziert, d. h. durch regelmäßige Beiträge des Versicherungsnehmers, und wird für viele Personengruppen staatlich gefördert. Über die Höhe der Beiträge kann man je nach finanzieller Situation selbst entscheiden; auch geringe Mindestbeiträge sind durchaus möglich.

Um die staatliche Förderung zu bekommen, muss man diese nach Abschluss des Vertrags gesondert beantragen. Geschieht dies über einen Zeitraum von vier Jahren nicht, erlischt der Anspruch unwiderruflich. Um eventuelle Probleme bei der Beantragung auszuschließen, kann man den Anbieter bevollmächtigen, die Zulagen grundsätzlich ohne erneute Zustimmung des Versicherungsnehmers beantragen zu dürfen. Zu dem Zeitpunkt, an dem man die Riester-Rente abschließt, muss der Anbieter garantieren, dass der Versicherte am Ende der Laufzeit mindestens seinen eingezahlten Beitrag (plus die staatliche Zulage, sofern beantragt) ausgezahlt bekommt. Eine Auszahlung ist frühestens ab dem 60. Lebensjahr möglich und muss als reguläre Rentenzahlung erfolgen (ein einmaliges Auszahlen des kompletten Betrags ist nicht möglich). Voraussetzung für eine Auszahlung zum Vorteil des Versicherten ist, dass dieser regelmäßig seine Beiträge bezahlt hat. Des Weiteren muss er seinen Wohnsitz in Deutschland haben und der Steuerpflicht unterliegen. Bei einem Umzug ins Ausland wird die Riester-Rente nicht ausbezahlt; unter Umständen muss der Versicherte dann sogar die staatlichen Zulagen zurückzahlen.

Inwiefern die Riester-Rente als Altersvorsorge sinnvoll ist, ist immer noch umstritten und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Manche kritisieren die lange Laufzeit, die benötigt wird, damit der Versicherten tatsächlich alle eingezahlten Beiträge zurückbekommt. Geringverdiener oder Personen, die lange arbeitslos waren, sollen sogar Verlust machen, wenn sie auf die Riester-Rente bauen. Inwiefern sich dieses Modell der Altersvorsorge für jeden einzelnen eignet, lässt sich herausfinden, indem man sich fachkundig beraten lässt.