Ein Muster für einen Mietvertrag lässt sich heute, wie viele andere Standardverträge, im Internet herunterladen. Was sollte man aber beachten, wenn man einen solchen in Anspruch nehmen will?
Möchte man eine Immobilie ganz oder auch nur teilweise an eine andere Person vermieten, benötigt man einen Mietvertrag, in dem man alle getroffenen Vereinbarungen schriftlich festhält. Der Vertrag gibt Auskunft darüber, was genau vermietet wurde, wie groß der Wohnraum ist, wie lange das Mietverhältnis laufen soll und welche Bedingungen daran geknüpft sind. Da man als Laie in den wenigsten Fällen weiß, wie genau man einen Vertrag aufzusetzen hat, der auch Rechtsgültigkeit besitzt, greifen viele gern auf Musterverträge zurück, wie man sie beispielsweise im Internet herunterladen kann. Häufig bekommt man ein solches Standardmodell kostenlos angeboten.
Wichtig ist in jedem Fall, dass der Vertrag keine Klauseln enthält, die dem gängigen Mietrecht widersprechen. Das Mietrecht legt fest, welche Rechte und Pflichten Mieter und Vermieter mit Vertragsabschluss übernehmen und welche Regelungen gegebenenfalls gesetzeswidrig sind. So müssen sich beide Parteien an Kündigungsfristen halten und können das Mietverhältnis nicht ohne Weiteres beenden. Auch Mieterhöhungen vonseiten des Vermieters können nicht beliebig angeordnet werden. Der Vertrag wird abgeschlossen, damit keine Partei die andere übervorteilt und er im Falle eines Rechtsstreits bei der Entscheidung helfen kann, wer im Recht ist.
Ein kostenloser Mustervertrag enthält selbstverständlich nur die grundlegendsten Klauseln und auch bei diesen ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, ob diese dem Mietrecht tatsächlich entsprechen. Bei Zweifeln oder generellen Unklarheiten sollte man sich entweder für einen gebührenpflichtigen Vertrag entscheiden, der von einer Anwaltskanzlei geprüft wurde oder gleich einen individuellen Vertrag von einem Anwalt aufsetzen lassen. Auch bei Verwendung eines kostenlosen Mustervertrags ist es ratsam, diesen vor Unterzeichnung von einem Experten durchsehen zu lassen. Die damit verbundenen Kosten sollte man nicht scheuen, denn im Zweifelsfall kann ein professionell ausgefertigter Vertrag vor späterem Ärger und hohen Gerichtskosten bewahren. Dies gilt übrigens gleichermaßen für Mieter und Vermieter.